Was sich gerade ändert
Bis vor Kurzem war Suchen ein Vorgang mit zehn Ergebnissen. Heute beantworten ChatGPT, Perplexity, Google AI Overviews und Copilot einen wachsenden Teil der Anfragen direkt — mit zwei, drei, vier Namen im Text. Für lokale Anfragen wie „guter Elektriker im Rheintal“ oder „Fotograf für Hochzeit im Bregenzerwald“ ist das inzwischen der Normalfall.
Diese Antwort ist die neue erste Seite. Und sie hat weniger Plätze als früher.
Wie KI-Systeme auswählen — vereinfacht
Es gibt kein veröffentlichtes Ranking und keinen Anbieter, der Plätze verkauft. Beobachtbar ist aber, worauf diese Systeme aufbauen:
- Auf klassischen Suchindizes — wer bei Google und Bing gar nicht auffindbar ist, kommt selten vor.
- Auf abrufbarem Text. Was erst nach dem Ausführen von JavaScript erscheint, wird häufig nicht ausgewertet.
- Auf strukturierten Daten, weil Fakten daraus eindeutig zu entnehmen sind statt aus Fließtext geraten zu werden.
- Auf Erwähnungen an anderer Stelle — Branchenverzeichnisse, Presse, Vereinsseiten, Bewertungen.
- Auf Konsistenz: Wenn Name, Adresse und Telefonnummer überall gleich lauten, ist die Zuordnung eindeutig.
Sieben konkrete Maßnahmen
1. Inhalte direkt im HTML ausliefern
Prüfen kannst du das selbst: Rechtsklick, „Seitenquelltext anzeigen“. Wenn dein Haupttext dort nicht auftaucht, sondern nur ein leeres Gerüst, ist deine Seite für einen Teil dieser Systeme unsichtbar.
2. Fakten in Schema.org auszeichnen
Firmenname, Adresse, Einzugsgebiet, Leistungen, Preise, Öffnungszeiten und FAQ gehören zusätzlich in ein maschinenlesbares Format. Das ist unsichtbar für Besucher und eindeutig für Maschinen.
3. Fragen wörtlich beantworten
Zitiert wird, was direkt antwortet. Statt „Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen im Bereich Elektrotechnik“ schreibe: „Was kostet ein Sicherungskasten-Tausch? Zwischen 900 und 1.800 €, je nach Größe der Anlage.“ Der zweite Satz kann zitiert werden, der erste nicht.
4. KI-Crawler ausdrücklich zulassen
In der robots.txt lässt sich namentlich regeln, wer mitlesen darf: GPTBot und OAI-SearchBot (OpenAI), ClaudeBot (Anthropic), PerplexityBot, Google-Extended, Bingbot. Wer sie aussperrt, kommt in keiner Antwort vor. Das ist eine bewusste Entscheidung — nur sollte sie eine sein und kein Zufall.
5. Firmendaten überall gleich halten
Google Business, Herold, WKO-Firmen A–Z, Branchenverzeichnisse, Facebook, Instagram: gleiche Schreibweise, gleiche Adresse, gleiche Telefonnummer. Jede Abweichung schwächt die Zuordnung.
6. Erwähnungen aufbauen
Ein Beitrag in den Vorarlberger Nachrichten, ein Eintrag beim Tourismusverband, eine Partnerseite, ein Sponsoring beim örtlichen Verein: Das sind die Stellen, aus denen ein KI-System schließt, dass es dich tatsächlich gibt.
7. Schnell bleiben
Langsame Seiten werden seltener vollständig abgerufen. Ladezeit ist damit nicht nur ein Komfortthema, sondern eine Frage der Auffindbarkeit.
Was nicht funktioniert
- Bezahlte Platzierung. Es gibt sie nicht. Wer sie anbietet, verkauft Luft.
- Versteckter Text für Maschinen. Wird erkannt und schadet auch klassisch.
- Massenhaft erzeugte Ortsseiten ohne Inhalt. Google nennt das Doorway Pages und stuft sie ab.
Wie man es misst
Stell die Fragen, die deine Kundschaft stellen würde, regelmäßig selbst — in ChatGPT, Perplexity und der Google-KI-Übersicht. Notiere, wer genannt wird. Das ist unscharf, aber es ist das ehrlichste verfügbare Signal. Zusätzlich lohnt ein Blick in die Server-Logs: Dort steht, ob GPTBot und ClaudeBot deine Seite überhaupt abrufen.