Was für Baukästen spricht
Ich sage das offen, obwohl ich vom Gegenteil lebe: Für manche Fälle ist ein Baukasten die richtige Wahl. Wenn du ein kleines Nebengewerbe hast, die Website hauptsächlich als digitale Visitenkarte dient und du sowieso über Empfehlungen arbeitest, dann sind 20 € im Monat gut angelegt und alles andere wäre Verschwendung.
Wo es anfängt, teuer zu werden
Drei Kostenstellen sieht man auf der Preisliste nicht:
- Ladezeit. Baukästen laden viel Code, den deine Seite nie braucht. Auf dem Handy im Mobilfunknetz bedeutet das oft drei bis sechs Sekunden bis zum ersten sichtbaren Inhalt. Ein messbarer Teil der Besucher ist bis dahin weg.
- Austauschbarkeit. Wer dieselbe Vorlage benutzt wie fünf Mitbewerber, hat kein Argument mehr außer dem Preis.
- Abhängigkeit. Deine Inhalte liegen auf einer fremden Plattform. Preiserhöhung, Funktionsänderung oder Kontosperre entscheidest nicht du. Ein Umzug ist möglich, aber nie ohne Verluste.
Fünf Fragen, die die Entscheidung abnehmen
Beantworte sie ehrlich. Drei oder mehr Mal „ja“ heißt: individuell bauen lassen.
- Soll die Website konkret Anfragen oder Bestellungen bringen, nicht nur informieren?
- Gibt es in deinem Ort mehrere Mitbewerber, die dasselbe anbieten?
- Kommen deine Kunden überwiegend über das Handy?
- Willst du bei Google lokal vorne stehen?
- Stört es dich, wenn dein Auftritt einer fremden Plattform gehört?
Der Mittelweg, über den selten geredet wird
Es gibt eine dritte Möglichkeit: mit einem Baukasten starten und ihn bewusst als Zwischenschritt behandeln. Wichtig dabei ist nur, dass du von Anfang an deine eigene Domain verwendest. Dann verlierst du beim späteren Umzug keine Google-Position, weil die Adresse gleich bleibt. Wer unter meinbetrieb.wixsite.com startet, fängt später bei null an.
Was bei einem Wechsel wirklich passiert
Der Umzug von einem Baukasten auf eine eigene Seite ist Routine, wenn drei Dinge beachtet werden: alte Adressen per 301-Weiterleitung auf die neuen zeigen, Inhalte übernehmen statt neu erfinden, und die Google Search Console vorher und nachher vergleichen. Richtig gemacht, kostet der Wechsel keine Sichtbarkeit — falsch gemacht, verlierst du Positionen, die du dir Jahre erarbeitet hast.